Alkoholfrei ist das neue Normal – und das solltest du wissen
Wer hätte das vor ein paar Jahren gedacht? Alkoholfreies Bier, Mocktails und Wasser ohne Kohlensäure werden zur ernsten Umsatzkategorie – nicht als Notlösung für Abstinenzler, sondern als bewusste Wahl einer wachsenden Gästeschar. Der aktuelle Gastivo Gastro Monitor 2026 liefert dazu faszinierende Zahlen. Wir erklären, was der Trend für deinen Betrieb bedeutet.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache
Bei 55 Prozent der befragten Betriebe ist der Absatz alkoholfreier Getränke in den vergangenen zwölf Monaten gestiegen – nur 6 Prozent melden einen Rückgang. Das ist kein Nischenphänomen mehr. Wer heute noch kein oder kaum ein alkoholfreies Sortiment anbietet, lässt bares Geld auf dem Tisch liegen.
Besonders spannend ist der Blick auf die beliebtesten Kategorien: 75,2 Prozent der Betriebe, die eine stärkere Nachfrage nach alkoholfreien Getränken verzeichnen, nennen alkoholfreies Bier als Treiber. Es folgen Limonaden und Softdrinks mit 68,1 Prozent sowie Wasser mit 47,1 Prozent. Und dann kommt etwas, das noch vor wenigen Jahren kaum denkbar gewesen wäre: Bereits 54,2 Prozent der befragten Betriebe bieten Mocktails an, 53,3 Prozent alkoholfreie Spritz-Varianten.
Das ist keine Randerscheinung – das ist eine echte Verschiebung im Konsumverhalten.
Warum trinken immer mehr Menschen alkoholfrei?
Die Gründe sind vielfältig: Gesundheitsbewusstsein, Selbstoptimierung, Schwangerschaft, Fahrgemeinschaften, religiöse Überzeugungen oder einfach der persönliche Geschmack. Was sie alle verbinden: Sie wollen trotzdem ein vollwertiges Getränkeerlebnis – kein Kompromiss, kein „nehm ich halt Wasser". Mocktails, alkoholfreier Aperitif und handwerkliche Limonaden erfüllen genau diesen Wunsch.
Gastivo-Geschäftsführer Matthias Pindur bringt es auf den Punkt: Alkoholfreie Alternativen seien längst mehr als eine Ergänzung der Getränkekarte – sie entwickelten sich zu einer eigenen Kategorie. Und das ist der entscheidende Perspektivwechsel: nicht „Ersatz", sondern eigenständiges Angebot mit eigenem Wert und eigener Marge.
Was bedeutet das konkret für deinen Betrieb?
Ob du ein Restaurant, eine Bar, ein Hotel oder ein Einzelhandelsgeschäft führst – der Trend ist branchenübergreifend relevant:
In der Gastronomie bedeutet es: Wer jetzt eine durchdachte alkoholfreie Getränkekarte entwickelt, spricht eine wachsende Zielgruppe gezielt an. Und wer seine Gäste überrascht – etwa mit einem gut gemachten Mocktail-Menü – schafft Gesprächsstoff und Wiederkommer.
In der Hotellerie bedeutet es: Minibar, Frühstücksbuffet und Zimmerservice sollten das Thema längst auf dem Schirm haben. Alkoholfreie Craft-Optionen im Zimmerkühlschrank statt des dritten Biermarkts – das ist ein Signal, das Gäste wahrnehmen.
Im Einzelhandel bedeutet es: Das Regal für alkoholfreie Alternativen wächst – und mit ihm der Beratungsbedarf. Wer hier gut aufgestellt ist, profitiert von einem Trend, der noch lange nicht am Ende ist.