Gen Z kauft – während die Babyboomer sparen. Was das für deinen Betrieb bedeutet
52,4 Punkte Unterschied. So groß ist die Lücke im Konsumklima zwischen der Generation Z und den Babyboomern laut der aktuellen Auswertung des Nürnberg Instituts für Marktentscheidungen (NIM). Das klingt nach einer trockenen Statistik – ist aber tatsächlich eine der spannendsten Nachrichten für Gastronomie, Hotellerie und Einzelhandel in diesem Herbst.
Die Zahlen im Überblick – ein klarer Generationen-Split
Das NIM-Konsumklima ist im September 2026 um 2,8 Punkte auf minus 26,6 Punkte gestiegen. Insgesamt ist das noch ein negativer Wert – die Konsumstimmung bleibt herausfordernd. Aber der Blick ins Detail lohnt sich sehr.
Gen Z – die Jahrgänge 1997 bis 2012 – verbessert sich um satte 9,7 Punkte auf plus 6,3 Punkte. Das ist der einzige Wert, der überhaupt im positiven Bereich liegt. Die Generation X (Jahrgänge 1965 bis 1980) legt sogar um 11,9 Punkte zu, bleibt aber noch knapp negativ. Und die Babyboomer? Minus 46,1 Punkte. Tief im Keller, kaum Bewegung.
Was treibt Gen Z an? Laut NIM sind es steigende Einkommenserwartungen und eine höhere Anschaffungsneigung. Die Jungen glauben, dass sie bald mehr verdienen werden – und sind deshalb bereit, jetzt zu konsumieren. Bei Gen X sinkt vor allem die Sparneigung: Die Mittfünfziger halten das Geld weniger fest.
Warum das für dich als Gastronom, Hotelier oder Händler relevant ist
Wenn du weißt, wer gerade Lust aufs Ausgeben hat, kannst du dein Angebot gezielter ausrichten. Und die Antwort ist klar: Die kaufkräftige, konsumfreudige Zielgruppe im Herbst 2026 ist jung.
Was bedeutet das konkret? Gen Z geht aus. Sie bucht Restaurants, besucht Events, kauft Erlebnisse. Sie schläft in modernen, Instagram-würdigen Hotels. Sie kauft bewusst, aber durchaus auch impulsiv – wenn das Erlebnis stimmt. Und sie entscheidet oft spontan und kurzfristig, gerne über das Smartphone.
Das ist eine Zielgruppe, die reagiert – auf gute Angebote, auf authentische Kommunikation, auf Erlebnisse statt auf blanke Produkte. Wer sie jetzt anspricht, kann einen starken Herbst haben, unabhängig davon, wie die Gesamtstimmung aussieht.
Was die Unterschiede wirklich erklären
Das NIM liefert auch einen interessanten Erklärungsansatz: Die Kluft zwischen jung und alt hat sich in der Inflationsphase 2022/2023 weiter vertieft. Ältere Generationen haben die Preissteigerungen der vergangenen Jahre stärker als dauerhaften Verlust wahrgenommen und reagieren seitdem vorsichtiger. Jüngere blicken mit weniger Vorbelastung in die Zukunft – sie haben weniger zu verlieren und erwarten schlicht, dass es besser wird.
Zusätzlich spielt laut NIM die aktuelle Reformdebatte eine Rolle: Diskussionen über Rente, Gesundheit und Einkommensteuer betreffen Altersgruppen unterschiedlich stark – und das schlägt sich messbar in den Erwartungen nieder.
Herbst 2026: Wer jetzt die richtigen Akzente setzt, gewinnt
Die Quintessenz ist einfach: Es gibt eine kaufkräftige, kaufwillige Zielgruppe – und sie ist jung. Wer als Betrieb jetzt die richtigen Weichen stellt, kann einen starken Herbst einfahren. Das fängt bei der Kommunikation an – authentisch, visuell, direkt. Und hört bei den Details auf, die ein Erlebnis rund machen.