Smartphone statt Geldbeutel – und was das für deine Kasse bedeutet

Smartphone statt Geldbeutel – und was das für deine Kasse bedeutet

Kennst du das? Du stehst an der Kasse, der Kunde greift nicht nach Karte oder Bargeld, sondern entspannt zum Handy – kurz dranhalten, piep, fertig. Was vor ein paar Jahren noch eher die Ausnahme war, ist heute Alltag. Und die Zahlen dahinter sind beeindruckend.

Jede fünfte Zahlung kommt vom Smartphone – Tendenz klar steigend

Das EHI Retail Institute hat auf seinem Payment Kongress in Bonn Anfang Mai die neue Studie „Zahlungssysteme im Einzelhandel 2026" vorgestellt – und die Ergebnisse sprechen eine deutliche Sprache. 19,3 Prozent aller unbaren Zahlungen an der Ladentheke wurden im vergangenen Jahr mobil abgewickelt – nach 12,8 Prozent im Jahr 2024 ein enormer Sprung. Das entspricht 9,3 Prozent der insgesamt 20 Milliarden jährlichen Zahlungsvorgänge.

Payment-Experte und Studienautor Horst Rüter bringt es auf den Punkt: „Das mobile Bezahlen mit Smartphone oder Smartwatch liegt im Trend und wird immer häufiger im Handel genutzt. Etwa jede fünfte unbare Zahlung an den Kassen des Einzelhandels tätigt die Kundschaft mittlerweile mobil."

Zur Einordnung: Noch 2024 war es weniger als jede achte Zahlung. In nur einem Jahr hat sich das Bild also dramatisch verschoben.

Warum der Boom gerade jetzt so stark ist

Einen entscheidenden Anteil an diesem Wachstum hat eine technische Änderung, die viele zunächst unterschätzt haben: Apple öffnete nach Intervention der EU-Kommission die zuvor geschützte Kontaktlos-Schnittstelle des iPhones für Drittanbieter-Apps – seitdem sind Zahlungsvorgänge auch mit Apps von Genossenschaftsbanken und Paypal möglich. Das klingt technisch, hat aber eine einfache Konsequenz: Noch mehr Menschen können ihr Smartphone jetzt für alle Alltagszahlungen nutzen – ganz ohne auf Apple Pay beschränkt zu sein. Finanznachrichten

Bargeld? Noch da, aber auf dem Rückzug

Der Umsatzanteil von Bargeld sank auf 32,3 Prozent, der Kartenumsatz wuchs auf 65,1 Prozent. Beim Blick auf die reinen Transaktionszahlen liegt Bargeld mit 50,5 Prozent noch knapp vorne gegenüber der Karte mit 48,1 Prozent – der Abstand schrumpft allerdings immer weiter.

Für die Praxis bedeutet das: An deiner Kasse kommen alle drei Zahlungswege täglich vor – Bargeld, Karte, Smartphone. Der Mix verändert sich, aber er bleibt ein Mix. Wer gut aufgestellt ist, bedient alle drei reibungslos.

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