78 % zufrieden – die Sommer-Zwischenbilanz der Branche ist besser als erwartet
Mitten im Hochsommer ist es Zeit für eine ehrliche Zwischenbilanz – und die fällt überraschend gut aus. Die Fachverbände für Gastronomie und Hotellerie haben ihre aktuellen Erhebungsergebnisse veröffentlicht, und das Ergebnis ist eine klare Botschaft: Die Nachfrage stimmt, die Betriebe liefern – trotz eines wirtschaftlich herausfordernden Umfelds.
78 % zufrieden – ein starkes Zeichen
Laut einer aktuellen Erhebung der Fachverbände zeigen sich 78 Prozent der Betriebe mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden. Auch der Blick auf den Herbst fällt insbesondere in der Hotellerie optimistisch aus: 65 Prozent der Hotelbetriebe bewerten ihre aktuelle Buchungslage positiv.
Das sind starke Zahlen. Fast vier von fünf Betrieben sagen: Dieser Sommer läuft gut. Und mehr als zwei Drittel der Hotels blicken dem Herbst positiv entgegen. Das ist nicht selbstverständlich – und es ist vor allem das Ergebnis harter Arbeit, kluger Positionierung und der Fähigkeit, auch in schwierigen Zeiten attraktive Angebote zu schaffen.
Georg Imlauer, Obmann des Fachverbandes Hotellerie, bringt es auf den Punkt: Die Betriebe würden trotz der wirtschaftlich herausfordernden Rahmenbedingungen mit Qualität überzeugen und attraktive Angebote schaffen. Genau das ist es, was den Unterschied macht.
Die andere Seite der Medaille: Kosten fressen Margen
Wir wären nicht ehrlich, wenn wir das Bild nur von der sonnigen Seite zeigen würden. Während sich die Nachfrage insgesamt stabil entwickelt, bleibt die wirtschaftliche Situation für viele Unternehmen angespannt. Nur rund ein Drittel der Betriebe kann gestiegene Kosten überwiegend an die Gäste weitergeben. Für mehr als die Hälfte der Unternehmen führen die gestiegenen Kosten daher zu spürbaren Ertragseinbußen.
Das ist das bekannte Spannungsfeld dieser Saison: Die Gäste kommen – aber von dem, was die Kasse macht, bleibt nach Abzug von Energie, Lebensmitteln, Gehältern und Abgaben spürbar weniger übrig als früher. Das schmerzt, ist aber kein Grund zur Resignation.
Investitionen in die Zukunft – trotz engerer Spielräume
Was besonders auffällt: Rund drei Viertel der Gastronomie- und Hotelleriebetriebe haben in den vergangenen Jahren Investitionen getätigt. Der überwiegende Teil der Aufträge ging dabei an Unternehmen aus der jeweiligen Region. Das ist nicht nur gut für die Betriebe selbst – das stärkt ganze Regionen und sichert regionale Arbeitsplätze.
Gleichzeitig wird der finanzielle Spielraum enger: Rund ein Drittel der Betriebe kann derzeit nur noch unbedingt notwendige Investitionen umsetzen. Das ist ein Signal, das die Politik hören sollte. Wer heute nicht in Qualität und Infrastruktur investieren kann, steht morgen im Wettbewerb schlechter da.
Mitarbeitende als Schlüsselfaktor
Ein weiterer ermutigender Befund aus der Erhebung: 86 Prozent der Arbeitgeberbetriebe geben an, heute stärker als früher darauf zu achten, dass sich ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Unternehmen wohlfühlen. Fast drei Viertel der Betriebe bieten ihren Beschäftigten neben dem Gehalt kostenlose oder vergünstigte Verpflegung beziehungsweise Unterkunft an.
Das zeigt: Die Branche hat gelernt. Wer gute Mitarbeitende halten will, muss mehr bieten als einen Stundenzettel. Und das zahlt sich aus – der Anteil der Stammmitarbeiter liegt im Branchenschnitt bei 61 Prozent. Das ist die Basis, auf der Qualität entsteht.
Was das für deinen Betrieb bedeutet
Die Botschaft dieser Zwischenbilanz ist klar: Die Branche ist resilient. Die Nachfrage ist da, die Gäste schätzen Qualität, und wer jetzt gut aufgestellt ist, profitiert – in der Hauptsaison und im Herbst. Gleichzeitig gilt: Effizienz ist wichtiger denn je. Wer an den richtigen Stellen spart, ohne an Qualität zu verlieren, hat den entscheidenden Vorteil.